Grand Canyon Flutung

In seiner natürlichen Form schwankt der Wasserpegel des Colorados - wie der eines jeden Flusses - stetig. Die schwankende Wassermenge stellt eine Lebensgrundlage für die Ökosysteme des Flusses dar. Das Wasser größerer Fluten schwemmt enorme Mengen Sand in die Schluchten des Grand Canyons und durch Ablagerung bilden sich im gesamten Flusslauf Sandbänke. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass diesen Sandbänken eine bedeutunde Rolle zukommt: Um die Sandbänke entstehen Lebensräume am und unter Wasser.

Mit dem Bau des Glen Canyon Staudamms 1963 wurde der Colorado gebändigt. Dem durch den Damm aufgestauten Lake Powell wird lediglich eine geringe und relativ konstante Wassermenge entnommen, was den natürliche Rhythmus des Colorados stört und die Ökosysteme im weiteren Verlauf des Flusses langfristig verändert.

Um diese Veränderung zu untersuchen öffnen die Betreiber auf Anordnung der lokalen Behörden die Schleusen des Glen Canyon Damms seit einigen Jahren in unregelmäßigen Abständen. Tosende Wassermassen schießen dann innerhalb kürzester Zeit in den unmittelbar daran anschließenden Grand Canyon. Auf diese Weise wurde der Grand Canyon vom 26. März bis zum 2. April 1996, am 21. November 2004 für 90 Stunden und zuletzt am 5. März 2008 für 60 Stunden bereits dreimal geflutet.

Doch diese Vorgehensweise ist nicht unumstritten. Die seltenen, dafür aber massiven Flutungen werden einem natürlichen Wechsel kaum gerecht. Und durch diese schlagartigen Flutungen könnte sich der Effekt auf die über Jahrzehnte ohnehin geschwächten Ökosysteme sogar negativ auswirken. Um eine nachhaltige Verbesserung der Situation zu erreichen, sollten die Bemühungen dahingehen statt vereinzelter und medienwirksamer Flutungen besser ein komplexes und möglichst naturnahes Flussmanagement für den Colorado anzustreben und zu erarbeiten.

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