Grand Canyon Skywalk

Der Grand Canyon Skywalk ist eine neue Besucherattraktion in der Hualapai Indian Reservation und nur über Grand Canyon West zu erreichen. Seit dem Frühjahr 2007 bietet der Skywalk Besuchern die Möglichkeit, auf einer stählernen Brücke in Form eines Hufeisens mit gläsernem Boden und gläsernen Geländern in schwindelerregender Höhe von 4000 Fuß (1200 m) über dem Abgrund des Grand Canyons zu schweben.

Mit den Bauarbeiten am Grand Canyon Skywalk wurde im März 2004 begonnen. Die Lasten, die zur Dimensionierung für das Bauwerk angesetzt wurden lassen sich für Laien am ehesten durch einen Vergleich mit der Größenordnung von 71 vollbeladenen Boeing 747 Flugzeugen erahnen. Im Mai 2005 bestand die Konstruktion schließlich die letzten Sicherheitstest. Demnach hält der Skywalk selbst Windgeschwindigkeiten von hundert Meilen pro Stunde aus acht verschiedenen Richtungen und Erdbeben der Stärke 8.0 auf der Richterskala im Umkreis von fünfzig Meilen stand. Somit stellt dieses schwindelerregende Vergnügen ein ebenso sicheres dar. Gefertigt wurde der Stahlrahmen für die Brücke vor Ort auf beweglichen Lagern. Die Glaselemente stammen von einem Hersteller aus Deutschland. Vom 27. Februar bis zum 2. März wurde der Skywalk in seine endgültige Position über dem Grand Canyon ausgefahren. Am Anfang liegt der Grand Canyon Skywalk als nackte Konstruktion fest verankert auf dem Fels. Später soll um die beiden Zugänge ein zweigeschossiges Besucherzentrum mit Kino, Museum, Restaurants und Cafes, Konferenzräumen etc. errichtet werden.

Offiziell eröffnet wurde der Grand Canyon Skywalk am 28. März 2007. Vor der offiziellen Eröffnung fand unter dem Motto "First Walk" am 20. März eine Veranstaltung für VIPs und Medienvertreter statt. Edwin "Buzz" Aldrin, nach Neil Armstrong der zweite Mensch auf dem Mond, betrat als erster feierlich den Skywalk, gefolgt von einer großen Gruppe Hualapai Indianern.

Der Eintritt für die Attraktion beläuft sich auf $25 zuzüglich einem "Grand Canyon West Entrance Package", das den Besuch weiterer Attraktionen in der Hualapai Reservation beinhaltet, so dass sich der Mindestpreis für das Rahmenprogramm und den Gang über den Skywalk auf $74,95 pro Person beläuft. Die Zahl der Personen, die sich gleichzeitig auf dem Skywalk aufhalten können, ist auf 120 begrenzt. Jeder Besucher erhält ein Paar rutschfeste Überschuhe, um den Glasboden gegen Kratzer zu schützen.

Finanziert wurde der mehr als dreißig Millionen Dollar teure Grand Canyon Skywalk von Investoren um den Unternehmer David Jin aus Las Vegas. Das Land, auf dem der Skywalk steht, gehört den Hualapai. Verwaltet wird er von einer Kooperation, an der auch die Indianer beteiligt sind. Dennoch werden die Investoren über längere Zeit an den Einnahmen aus dem Projekt teilhaben wollen, bevor es langfristig an den Stamm übergehen soll.

Bereits in der Planungsphase wurde allerdings auch von mehreren Seiten Kritik an dem Projekt laut: Umweltschützer kritisieren den Eingriff in das einzigartige Naturdenkmal Grand Canyon. Darüber hinaus stellt das Projekt um den Nervenkitzel ein ausgesprochen wiedernatürliches Erlebnis inmitten einer grandioser Naturlandschaft dar. Auch Teile der Hualapai beklagen die Entweihung ihres angestammten Landes durch derart kommerzielle Vergnügungseinrichtungen. Nicht zuletzt bleibt zu befürchten, dass der Grand Canyon Skywalk bei entsprechendem wirtschaftlichen Erfolg nur der Anfang einer ganzen Reihe weiterer touristischer Einrichtungen sein könnte. Bereits jetzt wird über eine Gondel vom Rand hinunter zum Grund des Grand Canyons nachgedacht.

Grand Canyon Skywalk: 36° 0'43.63"N, 113°48'40.23"W
Grand Canyon Skywalk (3D Modell "Grand Canyon Skywalk" für Google Earth)
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